Bäume und Schmetterlinge

Hörtipp des Monats: „Inéz“ von Inéz Schaefer

Sie hat ihr Studium im Jazzgesang an der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber gerade erst abgeschlossen – und schon ihr erstes eigenes Solo-Album in der Hand. Inéz Schaefer ist die Newcomerin in der Dresdner Jazz-Szene, in Clubs wie dem Bluenote sieht man sie gern auf der Bühne. Ihre Songs knüpft Inéz behutsam aus zarten Jazzarrangements, gepaart mit einem Hauch von moderner Popmusik.

Leichtfüßig und verträumt ist ihre Musik, der Titel „Trees und Butterflies“ kommt sogar fast ein wenig verspielt daher – beinahe kann man die Schmetterlinge in ihren Tönen fliegen hören. Inéz spielt gern mit ihrer hellen Stimme, variiert das Timbre zwischen mädchenhaft und rauchig – und gibt sich selbst dabei immer wieder Raum für kleine Experimente. Scheinbar spielend leicht gelingt es ihr, die Töne einfach fließen zu lassen und zu einem großen ganzen Songgefüge zusammenzusetzen, in dem sich auch der Zuhörer fallen lassen kann.

Die Titel auf dem Soloalbum sind ein Querschnitt durch ihre musikalische Entwicklung als Sängerin und Gesangsstudentin. Bis auf zwei Ausnahmen hat sie alle selbst geschrieben. Von Liebe und dem Leben erzählen die meisten, von Enttäuschungen oder Sonnentagen – wirken dabei aber nie wie bloß verklärte musikalische Reflektionen eines jungen Mädchens. Im Gegenteil! Viel Phantasie steckt darin, auch Freude am musikalischen Ausloten, die man wirklich hören kann. Der Charakter einer jungen Frau, verpackt in Töne – so will es wohl auch der Titel des Albums sagen, das schlicht „Inéz“ heißt.

Zu verdanken hat sie die Aufnahme ihren Professoren an der Hochschule in Dresden. Mit einer Art Stipendium gaben sie ihr die Möglichkeit, eine jener auserwählten Studentinnen zu sein, die das Tonstudio der Hochschule inklusive Tontechniker vier Tage lang für Aufnahmen nutzen dürfen. Die Band organisierte sich Inéz Schaefer aus befreundeten, ihr nahestehenden, Musikern zusammen, die dafür teilweise extra aus Köln nach Dresden kamen. Auch über diese persönlichen Beziehungen zu ihrem Team hat sie den Aufnahmen schließlich in Stück von sich selbst eingeprägt.

Sie hat eine kluge Hand bei der Auswahl ihrer Partner bewiesen, der Facettenreichtum dieser jungen Sängerin und Songschreiberin ist unverkennbar, ihr erstes Album grenzt den Stil klar ab und lässt für die zukünftigen dennoch genug offen. Ein selten reifes Debüt, das schon jetzt Lust auf mehr macht.

Termine: 5.3. Beatpol Dresden, 21.3. Moritzbastei Leipzig, 22.3. Bu Nuu Berlin

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.