Not macht erfinderisch – und Spaß

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Musikstudenten zeigen eigene Musicalshow

Es ist nichts Neues, dass die Ausbildung an Hochschulen nur bedingt auf den Berufsalltag vorbereitet. Schwierig wird dies jedoch, wenn bestimmte Bereiche, die später im Beruf unverzichtbar sind, gar nicht oder nur unzureichend im Curriculum vorkommen. Knapp 20 Sängerinnen und Sänger der Dresdner Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ (HfM) haben aus einer solchen Not am Freitag (25.4.) eine Tugend gemacht – und bescherten mit ihrer ersten eigenen Musicalshow „Mein Sinn für Stil“ einen mitreißenden Abend im bis auf den letzten Platz gefüllten Konzertsaal der HfM.

„Das Projekt entstand, wie viele gute Projekte, aus einem Mangel, dem Mangel an Muscialerfahrung, die man im Sängerleben heute ja so relativ gut gebrauchen kann“, erzählte Markus Teichler, Student für Dirigieren an der HfM. Er war einer der Organisatoren des Projekts, das vor allem den Zweck erfüllen sollte, die Studenten während ihres vierjährigen Musikstudiums einmal mehr als in dem einen dafür vorgesehenen Kurs mit dem Sujet Muscial vertraut zu machen. Die Lücke im Angebot scheint allerdings auch seitens des Publikums übergroß zu klaffen, war der Konzertsaal der HfM an diesem sonnigen Abend doch so gut gefüllt wie selten.

Zusammen mit seiner Kommilitonin Jessica Graeber (Gesang) führte Markus Teichler nun in einer charmant-natürlichen Moderation durch einen ebenso amüsanten wie musikalisch anspruchsvollen Abend voller schwungvoll dargebotener Musicalhits von „Aida“ bis „Fame“. Die Studenten der verschiedensten musikalischen Fachrichtungen präsentierten dabei über zwei Stunden lang 16 Ensemblestücke und vermieden es bewusst, das Rampenlicht allzu direkt auf die Solisten zu richten. Stattdessen tanzten die jungen Musicaldarsteller in eleganten bis knappen Kostümen über die Bühne und zeigten ohne große Kulissen und Requisiten eine bunt berauschende Show.

Ebenso wie die Sänger war auch die 13-köpfige Band aus Musikern der Fachrichtungen Jazz wie Klassik zusammengesetzt. Eine durchaus fruchtbare Symbiose, die bis heute an der Hochschule nur selten zu erleben ist, in ihrer klanglichen Brillanz aber so manches „Profi“-Orchester in Deutschlands Musicaltempeln übertrumpfte. Gesanglich blieben dabei kaum Wünsche offen, tänzerisch wäre an der einen oder anderen Stelle (im echten Berufsleben) sicher noch ein wenig zu feilen gewesen, aber schließlich ging es an erster Stelle hier zunächst einmal um die Musik.

Dank einer großzügigen Spende des Studentenrates konnten die Organisatoren zuvor eigens für ihr außerordentliches Projekt die für die Musicalpraxis unumgänglichen Headsets (mit Mikrofon) besorgen – und damit wohl einen weiteren Mangel an ihrer Hochschule beheben. Zum Dank applaudierte sich das vom sicht- und hörbaren Spaß der jungen Musiker infizierte Publikum am Ende mit sogar noch zwei Zugaben herbei. Das einhellige Fazit des Abends: So eine furiose Show könnte tatsächlich öfter durch diesen Saal sprudeln. Denn Not macht hier nicht nur erfinderisch, sondern beim Beheben derselben allen Beteiligten auch noch richtig Spaß.

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