Packende Verfolgungsjagd

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Herbstauslese: „Schüsse auf die Staatsanwältin“

Herbstzeit ist auch Lesezeit. Unter dem Motto „Herbstauslese“ gibt es auf elbmargarita.de eine neue Serie, in der wir ausgewählte Romane und Erzählungen rezensieren, die in Dresden spielen. Heute: Kai Leuner: „Schüsse auf die Staatsanwältin“

So spannend war Dresden selten. Kai Leuner zeigt die Stadt in seinem Debütroman „Schüsse auf die Staatsanwältin“ (2008) von ihrer düsteren, ja sogar blutigen Seite. Im Mittelpunkt seines Thrillers steht die ehrgeizige junge Staatsanwältin Manja Koeberlin. Gleich in ihrem ersten großen Fall hat sie Anklage gegen einen skrupellosen Drahtzieher des organisierten Verbrechens erhoben, gerät dabei aber bald selbst in den Fokus seines Rachefegefeuers.

Denn der Angeklagte Petras Valkunas ist nicht nur skrupellos, sondern auch äußerst gerissen. Zunächst droht er der Staatsanwältin mitten in der Verhandlung mit Mord, dann flüchtet er aus dem Gerichtssaal und hält schließlich die gesamte Dresdner Justiz auf Trab. Als er wenig später auch noch den Kronzeugen im Verfahren umbringen lässt, beginnt für die junge Frau ein Kampf um Leben und Tod und für die Behörden ein Wettlauf mit der Zeit.

Leuner schickt seine Leser dabei zusammen mit den Hauptfiguren auf eine rasante Verfolgungsjagd quer durch die Stadt, die hier ganz und gar nicht im romantischen Licht der schönen Barockbauten schimmert, sondern eher von den kriminellen Schattenseiten einer Großstadt aus beleuchtet wird. Schüsse fallen – so viel darf ruhig verraten werden – dabei nicht nur auf den Kronzeugen und die Staatsanwältin, die immer und immer tiefer in den Strudel des Verbrechens eintaucht.

Auch der Leser kann sich dem Sog dieser packenden Kriminalgeschichte bald nicht mehr entziehen. Seite um Seite, Kapitel um Kapitel entspinnt sich die Handlung hin zu immer neuen Verwicklungen und Höhepunkten. Vom Landgericht Dresden aus führen die Fallstricke des Bösen die Figuren bis nach Gorbitz, Reick, das Universitätsviertel und natürlich in die Dresdner Innenstadt. Und obwohl keine der handelnden Personen so wirklich sympathisch ist, fiebert man allzu bald mit in diesem ebenso spannenden wie schockierenden Dresden-Krimi.

Kai Leuner gestaltet die Handlung seines Erstlingsromans erstaunlich authentisch, erzählt prägnant und überzeugt mit einer angenehm lebendigen Schreibweise. Der 39-Jährige arbeitet in Dresden selbst als Staatsanwalt mit dem Spezialgebiet Wirtschaftsstrafsachen. Zudem war er als Journalist tätig. Der Kriminalroman „Schüsse auf die Staatsanwältin“ ist der erste von insgesamt drei Dresden-Thrillern aus Leuners Feder, die im Prolibris-Verlag erschienen sind: im Jahr 2009 folgte „Kardinalfehler“, 2010 dann „Jagd auf den Anwalt“.

Linktipp: www.kai-leuner.de

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