Sagenhaftes von Einhörnern und Vampiren

Wie eine Studentin zur Hobbyautorin wurde

Schmale Papierstreifen hängen an der Pinnwand, das Notebook steht immer bereit. Rund 1000 Wörter verwandelt Josefine Gottwald darauf jeden Tag in eine abenteuerliche Geschichte von Einhörnern, Vampiren und Kriegern, die die Träume der Menschen beschützen. Die 22-Jährige studiert im 9. Semester Biologie an der TU Dresden und schreibt gerade an ihrem vierten Fantasie-Roman. Drei Teile ihrer Reihe „Die Krieger des Horns“ hat sie schon veröffentlicht. Der vierte ist in Arbeit. Auch er soll mit einer Auflage von etwa 200 Exemplaren im Machtwortverlag, erscheinen.

„Ich wollte mit 14 eigentlich eine Jugendgeschichte schreiben“; erzählt die Hobbyautorin. Im Jahr 2003 hat sie dann ihren ersten Roman veröffentlicht, 2005 den zweiten. Dann begann Josefine Gottwald mit dem Studium in Dresden, der dritte Band ließ daher bis 2010 auf sich warten. Behutsam legt die Biostudentin ihre drei Bücher auf dem Tisch nebeneinander – die Titelbilder zeigen zusammen ein Einhorn in märchenhafter Landschaft. „Mich haben geheimnisvolle und gruselige Geschichten wie die Romane von Stephan King immer schon fasziniert“; sagt sie. Inzwischen schwirren der Altenbergerin ständig Geschichten und Charaktere im Kopf herum. An der Pinnwand bringt sie die Szenen optisch in eine sinnvolle Reihenfolge. So entsteht Stück für Stück ein Roman. „Es ist nicht so, dass ich mich zum Schreiben zwinge. Ich warte eher darauf, bis ich alles niederschreiben kann“, so Gottwald.

Längst ist es nicht mehr nur ein Buch, an dem die Studentin arbeitet. Zeitgleich mit dem vierten und letzten Teil ihrer Fantasiereihe entsteht ein historischer Roman, der im alten Griechenland spielen soll. Schon zieht Gottwald eine Schublade in ihrem Wohnzimmerschrank auf und holt eine Doktorarbeit über die Stadt Herakleia heraus. „Für den historischen Roman muss ich vorher viel recherchieren“, sagt sie. Außerdem soll der erste Teil der „Krieger des Horns“ demnächst im Hörbuchverlag „Hörgewand“ erscheinen, der einst aus einem 5-Euro-Buissiness an der Uni entstanden ist. Bis zum Jahresende will sie dieses Projekt fertig haben. Momentan seien aber noch Prüfungen, da komme sie nicht ganz so gut vornan. Schließlich warten neben der Uni auch noch ein Nebenjob und ihr Pferd auf sie.

erschienen in Hochschulzeitung „ad rem“ vom 8.12.2010

Linktipp: www.ewigewelten.de

Du magst vielleicht auch

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.